Exklu­siver Holz­boden ohne Holz

Gleicher Edel-Look – andere Eigenschaften

Warum wir Holzböden lieben und wann Alternativen die klügere Wahl sind

Echtes Holz unter den Füßen ist und bleibt etwas Besonderes. Aber es hat auch seine Grenzen – in Bad und Küche gehört es sicher nicht zur ersten Wahl. Zum Glück gibt es Alternativen in Holzoptik, die genauso edel wirken. Und die außerdem bis hinein in die Dusche funktionieren oder so weich wie ein Teppich sind.

 

Designboden iD Naturals, Chatillon Oak Honey, Miniplanks in Fischgrätverlegung, entdeckt bei Tarkett, Foto: Tarkett

Es gibt Materialien, die berühren uns sofort. Echtes Holz gehört auf jeden Fall dazu. Unterschiedliche Arten, Maserungen, der Geruch, die Haptik, vielseitige Verarbeitungsmöglichkeiten und eine positive Wirkung auf das Wohnklima machen den Naturwerkstoff seit Jahrhunderten zu einem beliebten Bodenbelag. Ob Palast oder Bauernhaus: Holzböden können jedem Stil angepasst werden, wirken immer schlicht und edel, ohne den Raum zu überfrachten. Aber zur Ehrlichkeit gehört: Der Alltag setzt Dielen und Parkett schon zu. Wasser, Rotwein, Hundepfoten, schwere Möbelfüße und vieles andere hinterlassen Spuren. Für die einen sind diese Teil des geschätzten Naturlooks. Andere hätten doch lieber einen strapazierfähigeren Boden, vorzugsweise ohne auf die edle Holzoptik zu verzichten – oder vielleicht einen weicheren und fußwarmen Untergrund wie bei einem Teppichboden. Für alle jene gibt es eine gute Nachricht: Moderne Design- und Vinylbeläge sowie bestimmte Teppichböden sind mittlerweile wunderbare Alternativen, die dem Original optisch in nichts nachstehen.

Was die Alternativen edel macht

Vorab eine kurze Klarstellung: Ob ein Boden elegant und hochwertig wirkt, liegt nur zum Teil am Material selbst. Mindestens genauso wichtig sind zwei Faktoren: Oberflächenstruktur und Verlegemuster. Ein glänzender, glatter Belag wirkt selten luxuriös. Erst sogenannte Synchronprägungen, die feine Poren und Astlöcher spürbar nachbilden, erzeugen diese samtig-matte Tiefe, die das Auge als „echt“ wahrnimmt. Dazu kommt die Verlegekunst: Klassisches Fischgrät oder der französische Chevron-Schnitt verleihen Räumen das stilvolle und zeitlose Ambiente eines Altbaus. Und genau diese traditionellen Muster finden sich heute auch bei Vinyl- und Designböden oder lassen sich mit Teppichplanken in Holzoptik erzeugen.

Realitäts-Check: Wo siegt was?

Echte Holzböden, Vinylboden von der Rolle, LVT- und Designböden sowie Teppichmodule in Holzoptik punkten jeweils mit eigenen Vorteilen. Es stellt sich also die Frage, wann die Edel-Look-Alternative im Alltag die bessere Wahl ist:

Naturprodukt vs. Wiederverwertung: Hochwertige elastische Beläge und moderne Teppichplanken werden mittlerweile auch oft schon mit einem hohen Anteil wiederverwerteten Kunststoffen hergestellt. Daneben gibt es immer öfter Rücknahmeprogramme. Auch beim Thema Wohngesundheit und Innenraumluft haben die Hersteller deutlich nachgebessert. Echte Holzböden hingegen sind und bleiben ein langlebiges Naturprodukt, das immer wieder aufgearbeitet werden kann. Womit wir in diesem Punkt bei einem klaren Unentschieden wären.

Der Alltagssieg für die Alternative: Vinyl-Rollenware, LVT- und Designböden punkten überall dort, wo echtes Holz an seine Grenzen stößt. Während Parkett und Diele im Badezimmer aufquellen und in der Küche Fettspritzer aufsaugen können, wenn sie nicht versiegelt sind, sind Vinylböden immer wasserresistent und fleckunempfindlich. Sie verzeihen umkippende Wassernäpfe von Haustieren, eine heruntergefallene Pfanne, schmutzige Kinderschuhe im Flur und sind kratzfest. Ein weiterer Pluspunkt für Modernisierer: Mit einer geringen Aufbauhöhe von oft nur 2 bis 5 Millimetern lassen sie sich über alten Belägen verlegen, ohne dass Türen abgeschliffen werden müssen. Zudem optimieren sie dank ihres geringen Wärmewiderstands die Effizienz von Fußbodenheizungen und dämmen den Trittschall deutlich besser als hartes Holz.

Holzoptik für den Nassbereich: Im Bad und vor allem direkt im Bereich von Dusche und Badewanne ist für Holz definitiv Schluss. Aber auch herkömmliche Vinyl- und Designböden sind hier eher zweite Wahl – bis auf eine Ausnahme: Vinylboden in Holzoptik, der speziell für den Nassbereich entwickelt wurde. Wasserfeste Dusch- und Wandsysteme können barrierefrei und wasserdicht bis in den direkten Duschbereich an Boden und Wand verlegt werden – barfuß-freundlich und rutschgehemmt.

Teppich in Holzoptik: Echte Holzböden mögen sich unter unseren Füßen zwar gut anfühlen, aber sie werden niemals so weich sein wie ein Teppich. Und sie werden auch niemals die gleiche akustische Raumwirkung haben. Insofern ist es mehr als nur praktisch, dass es mittlerweile hochwertigen Teppichboden mit Holzoptik gibt. Wir haben zum Beispiel textile Teppichplanken entdeckt, die mittels präziser Drucktechnik eine ziemlich echt wirkende Holzoptik auf samtweichen Untergrund bringen – eine Symbiose aus Holz-Look und Barfuß-Komfort.

Wo das Original unerreicht bleibt

Die Illusion hat jedoch Grenzen. Was Teppichplanken, Vinyl-Rollenware, LVT- und, Designböden nicht ersetzen können, ist die Einzigartigkeit des Alterns. Echtes Holz entwickelt über Jahrzehnte eine Patina, eine Geschichte, die durch Licht und Nutzung entsteht. Zudem lässt sich Parkett abschleifen und mehrfach renovieren. Auch das haptische Barfuß-Gefühl und das Raumklima, das durch das „Atmen“ des Naturstoffs reguliert wird, bleiben dem echten Holz vorbehalten. Wer den Boden berührt, spürt bei Holz die natürliche Wärme, während Vinyl trotz Prägung ein synthetisches Material bleibt.

Wer die Wahl hat …

Am Ende ist es eine Frage der eigenen Haltung und der Raumnutzung, eine Entscheidung zwischen Romantik und Pragmatismus. Wer das Unperfekte, das Lebendige, den Wert eines Naturprodukts sucht, wählt Holz. Wer jedoch den einfach edlen Look von Holz liebt, aber ein stressfreies Leben ohne Pflege-Rituale und Renovierungsintervalle führen möchte, für den ist die moderne Illusion heute die klügere – und oft auch wirtschaftlichere – Wahl. Und wer Holzoptik zwingend im Bad und in der Küche will, muss sowieso auf die neuen Alternativen zurückgreifen, denn Wasser, Fett und echtes Holz sind nun mal im Alltag eine schwierige Kombination.

 

Kurzer Begriffscheck: Vinyl, LVT oder Designboden?

Im Grunde meinen alle drei Bezeichnungen das Gleiche – moderne, extrem strapazierfähige Böden auf PVC-Basis. Sie wurden eingeführt, um das alte Image billiger PVC-Böden abzuschütteln. LVT (Luxury Vinyl Tiles). Entscheidend für die Qualität sind unter anderem die Abriebklasse und eine realistische Prägung.

Mehr Boden-Inspirationen? Dann bitte hier weiterlesen:

Wie echt: Rasen-Kunst

Ein Teppich unter freiem Himmel

Bodenbeläge in der Hauptrolle

Zirkulär und schön: Tipps für die Teppichbodenwahl

Laminat: so schön wie Diele und Designboden

Teppichfliesen – so schön quadratisch, praktisch und gut! 

Fischgrät: einfaches Muster – starke Wirkung

Mustergültig: Die Verlegung von Parkett

Die große Teppichfreiheit

Weitere interessante Artikel zum Thema